Klingendes
Rheinhessen

Zur Jubiläums-CD „Klingendes Rheinhessen“

So aufrichtig bescheiden kann man eine Eloge auf einen Landstrich auch betiteln. Umsomehr, wenn der Lobgesang sich dann als eine bravouröse Kompilation aus Texten und Musikbeiträgen zu einem vermeintlich sperrigen Thema entpuppt; denn kann ein politisches Terrain Klang entfalten?

Und ob; denn dem Künstler, Kulturmanager und Produzenten der Jubiläums-CD zu „200 Jahre Rheinhessen“ Andreas Arneke aus Mainz ist es tatsächlich gelungen, diesem historischen Gebilde Gehör zu verschaffen, – ein Echo quasi, das Niveau und Charme ausstrahlt. Und das unter Einbindung politischer Protagonisten, Künstler und deren literarischer oder musikalischer Produktionen. Respekt.

 

Dass semiprofessionelle Chöre oder Instrumentalensembles ihrer Herkunftsregion stimmungsvoll alle Ehre machen können, ist ja nichts Neues;  dass aber dazu auch Landräte, marketing-people  oder gar eine Ministerpräsidentin hingebungsvoll und überzeugend höchst anspruchsvolle Lyrik und Kurz-Prosa aus ihrem „Revier“ aufspüren und vortragen, lässt aufhorchen.

Ein Wagnis? Von wegen – wenn intelligente Regie, professionelle Dramaturgie und eine gewiefte Produktion zusammenfinden. Und harte Arbeit.

Die sich gelohnt hat, denn das hört man: Rheinhessen kann Kunst, Rheinhessen hat Kontur und zeigt Kante: modern, selbstbewusst, echt.

Null Heimatschwärmerei.

 

Dieser Tonträger ist ein Sympathieträger, der historisierendem landschaftlichen Werbegeklingel die Stirn bietet; die Sache hat Pfiff. Der Titel Understatement. Die Aufmachung ist exzellent – ein Hingucker. Eine Präsentation mit Format.

So kann Marketing auch sein: kultiviert von A bis Z. Kultur schärft Profil. Rheinhessen? Hört sich echt gut an.

 

Regine Glöckner © 2016

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Rundreise nach Noten durch die Region

KLINGENDES RHEINHESSEN Musiker und Kulturmanager Andreas Arneke gibt zum Jubiläum eine CD heraus

 

RHEINHESSEN - „Eine Liebeserklärung in eigener Sache“ richtet Peter E. Eckes in emotionalen Worten direkt an die Hörer. Gleich danach erklingt Brahms‘ Lied „Erlaube mir, feins Mädchen“, intoniert vom Wormser Kammerensemble. Der Vorsitzende von Rheinhessen Marketing leitet damit ein ganz besonderes akustisches Erlebnis ein, das speziell das Rheinhessen-Jubiläum im kommenden Jahr im Blick hat und das in Kürze auf dem Markt sein wird.

 

„Klingendes Rheinhessen – Eine musikalisch-literarische Reise“ heißt eine CD (siehe Kasten), für die Andreas Arneke in Sachen Idee und Realisierung verantwortlich zeichnet und überdies Ministerpräsidentin Malu Dreyer als Schirmherrin gewinnen konnte. Als Musiker und Kulturmanager ist Arneke, der Klavier und Dirigieren studiert hat, seit Jahren in der Region aktiv, arbeitet regelmäßig mit Chören in ganz Rheinhessen zusammen.

 

Mit Blick auf den 200. Geburtstag nun war er Mitte vergangenen Jahres überzeugt, dass es nun langsam an der Zeit sei, „sich mit den Chören Gedanken zu machen, was wir zum Jubiläums-Jahr beitragen können“. Denn eines liegt für Andreas Arneke auf der Hand: „Es gibt eine Diskrepanz zwischen städtischer und ländlicher Wahrnehmung musikalischen Schaffens“. Welche Wohlklänge aber hiesige Chöre, Ensembles und Solisten aus dem rheinhessischen Hügelland zu produzieren in der Lage sind, das ist nun auf der CD zu hören. Jeweils 15 Musik- und Textstücke nehmen die Zuhörer mit auf eine stimmungsvolle kleine Rundreise.

 

Mit Texten ergänzt

Da interpretiert das „Salonquartett Jalousie“ den Tango-Klassiker „La Cumparsita“, da singt der Mainzer Domchor die Motette „Dixit Maria ad Angelum“, der Männerchor aus Weiler das „Wetterlied“ von Aca & Pella und das Vokalensemble Intrada aus Ingelheim den Filmschlager „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“. Das Ensemble „Overcross“ aus Wörrstadt ist ebenso zu hören wie das Mainzer Flötenquartett oder die Flötistin Saskia Worf.

 

Diese und weitere musikalische Perlen werden ergänzt von heiteren oder besinnlichen Texten, gelesen von prominenten Rheinhessen. „Sie sind sozusagen die Zugpferde“, freut sich Andreas Arneke etwa darüber, dass Landeschefin Malu Dreyer aus Irina Wittmers „Ausflug der toten Bräute – Acht fiktive Begegnungen mit Anna Seghers und dem jüdischen Mainz“ liest, dass Stefanie Böttcher, Leitern der Kunsthalle Mainz, Ringelnatz‘ „Morgenwonne“ vorträgt oder 05-Präsident Harald Strutz den Hörern Friedrich Rückerts „Gründe für’s Weintrinken“ nahebringt und Landrat Görisch aus Ulla Klopps „Tom und der Zauberfußball“ liest.

 

„Alle Prominenten haben ihre Stimmen unentgeltlich zur Verfügung gestellt“, freut sich Andreas Arneke über die Unterstützung. Überdies spendeten Privatleute und Firmen für die Produktion der CD, auch die Einnahmen aus deren Verkauf dienen dazu, die Herstellungskosten zu decken, so der Initiator.

 

„Nahezu alle Beiträge wurden eigens für die CD eingespielt“, erläutert Arneke. Die Stücke habe er gemeinsam mit den Akteuren ausgesucht, ausschlaggebend sei eine innere Verbindung mit Rheinhessen gewesen – sei es durch den Komponisten oder durch thematische Verortungen.

 

Und die CD sei nur das „Einstiegsprodukt“, macht Andreas Arneke neugierig – soll doch „Klingendes Rheinhessen“ 2016 auch live zu erleben sein, in einer Konzertreihe mit allen beteiligten Chören und Ensembles.